Reitz: Fernsehmarkt behindert Filmschaffende

[jv] München- Der Regisseur und Filmproduzent Edgar Reitz („Heimat“) hat die mangelnde Freiheit von Filmschaffenden großer Filme in Deutschland beklagt.

Grund dafür sei die enge Bindung zum Fernsehen, sagte Reitz im Gespräch mit der Nachrichtenagentur ddp in München.

„Es gibt im deutschen Film, sofern es sich um den so genannten Kinofilm handelt, überhaupt keine freie Entfaltung, weil ohne die Gelder des Fernsehens nichts läuft“, fügte er hinzu. Daher gebe es im eigentlichen Sinn keine Kinofilme mehr, denn sie würden alle in den Fernsehredaktionen entschieden. Weil es dabei nur noch um Einschaltquoten und die Bedürfnisse des deutschen Fernsehmarktes ginge, werde der weltweite Erfolg eines solchen Films bereits im Vorfeld verhindert. „Dieses Spiel können Fernsehleute nicht mitspielen, denn sie kennen den anderen Markt nicht und nicht die Denkgewohnheiten der internationalen Kritik“, sagte Reitz.

Um „Endlosdiskussionen“ um seine Arbeit zu vermeiden habe er seine neueste Produktion „Heimat-Fragmente – Die Frauen“ gar nicht erst in einer Fernsehredaktion angeboten. Nahezu die kompletten Produktionskosten finanzierte er gemeinsam mit seinem Sohn und Mitproduzenten Christian aus eigener Tasche.

„Ich wollte die Freiheit haben, alles so zu entwickeln, wie es sich in meiner Phantasie abspielt“, sagte Reitz. „In einer Produktion gibt es oft Zeiten, in denen kann man nicht erklären, da muss man einfach machen – und man muss auch Irrwege gehen.“ Das sei nur in einer freien Produktion möglich gewesen. „Heimat-Fragmente – Die Frauen“ wird am 2. September bei der Biennale in Venedig uraufgeführt. (ddp)

Quelle: http://www.digitalfernsehen.de/news/news_104449.html