HEIMAT – Inhalt & Fotos

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1. Fernweh (1919-1928)

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrt Paul Simon nach Schabbach zurück. Zu Fuß kommt er über die Felder und erreicht sein Heimatdorf. Maria Wiegand erkennt ihn sofort aus dem Fenster. Paul geht weiter zum Simonhaus, wo sein Vater Mathias in der Schmiede arbeitet. Wenig später sitzt der Heimkehrer mitten in seiner Familie – doch für die vielen Geschichten aus dem Dorf hat er zunächst kaum Kraft. Er schläft am Tisch ein.

Aus dem Krieg hat Paul seine Begeisterung für die Radiotechnik mitgebracht. Auf dem Dachboden des Simonhauses beginnt er zu basteln, spannt Antennen und versucht, mit selbstgebauten Geräten immer weiter in die Ferne zu hören. Seine Experimente faszinieren auch die anderen. Bürgermeister Alois Wiegand, der sich gerade ein Motorrad zugelegt hat, möchte unbedingt ein eigenes Radio und beauftragt Paul mit dem Bau eines Geräts.

Während in Schabbach das neue Kriegerdenkmal errichtet wird und die Namen der Gefallenen in den Stein gemeißelt werden, erinnert sich Paul an seinen Freund Helmut Legrand. Zugleich entwickelt sich seine Beziehung zu Apollonia, der jungen Magd beim Lindewirt. Wegen ihrer dunklen Haare und ihrer Herkunft wird sie von vielen Dorfbewohnern als „Zigeunerin“ ausgegrenzt. Maria, die mit Apollonia befreundet ist, steht zu ihr. Zwischen Paul und Apollonia entsteht eine besondere Nähe – doch Apollonia verlässt schließlich Schabbach und geht nach Frankreich.

Auch zwischen Paul und Maria verändert sich etwas. Die beiden kommen sich näher und heiraten. Bald werden ihre Söhne Anton und Ernst geboren. Paul hat nun eine Familie, doch seine Sehnsucht nach der Ferne bleibt.

In Schabbach sorgt inzwischen alles Neue für Aufregung. Wiegand tauscht sein Motorrad gegen ein Auto ein, das bald zum Stolz der Familie wird. Die Kinder bestaunen den Wagen, während Glasisch seinen Spott darüber treibt. Und als Wiegands verschwundenes Motorrad eines Tages ausgerechnet aus einer Jauchegrube gezogen wird, hat das ganze Dorf seinen Spaß daran.

Ein amerikanischer Pilot landet mit seinem Flugzeug auf den Wiesen vor Schabbach. Die Dorfbewohner helfen dem Fremden, Benzin zu beschaffen. Paul darf schließlich mit dem Piloten im Doppeldecker über den Hunsrück fliegen. Zum ersten Mal sieht er seine Heimat aus der Luft. Für einen Augenblick glaubt er, Apollonia zu erkennen – doch es ist eine andere Frau.

Während Pauls Radio immer weiter in die Welt hinausreicht, sucht Eduard mit Glasisch und Glockzieh ganz irdisch nach Reichtum. Er ist überzeugt, dass im Hunsrück Gold zu finden ist. Im Goldbach waten die drei durch das kalte Wasser und suchen nach den wertvollen Spuren. Eduard setzt sich dabei gesundheitlich schwer zu; seine ohnehin angegriffene Lunge macht ihm immer größere Probleme.

Paulines Leben nimmt ebenfalls seinen Lauf: Sie heiratet den Uhrmacher Robert Kröber in Simmern. In Schabbach geht das Leben weiter, während Paul immer stärker zwischen seiner Familie und seiner Sehnsucht nach der Welt außerhalb des Dorfes steht.

Dann wird im Wald die Leiche einer unbekannten Frau gefunden. Der Fund erschüttert Schabbach und beschäftigt auch Paul. Die Polizei ermittelt, und die Dorfbewohner beginnen zu rätseln, wer die Tote sein könnte.

Paul aber wird zunehmend unruhig. Seine Familie, Maria, die Schmiede und Schabbach sind sein Zuhause – und doch scheint ihn etwas nach draußen zu ziehen.

Eines Tages sagt Paul, er wolle ein Bier trinken gehen. Doch in der Wirtschaft ist er nicht zu finden. Maria sucht nach ihm, fragt im Dorf und in der Umgebung. Vergeblich.

Paul Simon ist verschwunden.

Und zurück bleiben Maria, die Familie – und ein ganzes Dorf, das nicht weiß, wohin es ihn gezogen hat.


2. Die Mitte der Welt (1929-1933)

Noch immer weiß in Schabbach niemand, was aus Paul Simon geworden ist. Für die Menschen im Hunsrück ist er verschwunden – dass er inzwischen in Amerika lebt, können sie nicht wissen.

Da taucht eines Tages eine junge französische Reiterin im Dorf auf. Sie ist auf dem Weg nach Berlin und sucht das „Château Baldenau“. Die Schabbacher Männer versammeln sich neugierig auf der Dorfstraße und versuchen, sich mit ihren bescheidenen Französischkenntnissen zu verständigen. Die Burg, erklären sie ihr, ist längst nur noch eine Ruine. Überhaupt scheint die Fremde aus einer anderen Welt zu kommen. Selbst ihr Badepulver sorgt im Dorf für Aufregung – Katharina schnuppert daran und findet, es rieche „nach Großstadt“.

Während Schabbach die Französin bestaunt, ist Eduard in Berlin. Wegen seiner angegriffenen Lunge befindet er sich bei Professor Sauerbruch in Behandlung. Die Reichshauptstadt fasziniert ihn, und eines Abends gerät er in ein Berliner Etablissement. Dort lernt er Lucie Hardtke kennen, die selbstbewusste „Chefin“ des Hauses. Sie findet Gefallen an dem jungen Mann aus dem Hunsrück. Eduard erzählt ihr von seiner Heimat – und Lucie stellt sich unter dem Besitz der Familie Simon offenbar etwas ganz anderes vor, als tatsächlich vorhanden ist.

Die beiden heiraten und fahren gemeinsam in den Hunsrück. Lucie muss bald feststellen, dass Eduard keineswegs der Sohn eines reichen Großgrundbesitzers ist. Trotzdem beginnt sie, aus dem Simon-Haus etwas Größeres machen zu wollen. Aus der Berliner Halbwelt bringt sie nicht nur neue Umgangsformen, sondern auch einen ausgeprägten Geschäftssinn mit. Sie träumt von einer Villa und davon, im Hunsrück etwas „zum Laufen“ zu bringen.

Auch in Schabbach hält die moderne Welt Einzug. Wiegand, der sich zunächst ein Motorrad geleistet hat, träumt bald schon vom eigenen Auto. Das Motorrad allerdings verschwindet eines Tages spurlos. Erst viel später sorgt ein außergewöhnlicher Fund für Aufklärung: Bei der Suche nach etwas Verdächtigem in der Jauchegrube des Wirtshauses kommt plötzlich Wiegands vermisstes Motorrad zum Vorschein – völlig mit Jauche überzogen. Wiegand ist außer sich und beschuldigt den Wirt, während das halbe Dorf seinen Spaß an der Geschichte hat.

Paul bleibt dabei als Abwesender ständig gegenwärtig. Sein Verschwinden ist nicht vergessen. In Schabbach wird weiter über ihn gesprochen, während sein Platz in der Familie leer bleibt.

Eduard hingegen versucht, sich in Berlin und später im Hunsrück eine neue Existenz aufzubauen. Lucie gefällt die Vorstellung, aus dem abgelegenen Dorf einen Ort zu machen, an dem etwas passiert. Ihr großes Haus, ihr Auto und ihre Berliner Erfahrungen wirken in Schabbach wie ein Versprechen auf eine neue Zeit.

Doch auch die politische Welt verändert sich. Aus Berlin kommt zunehmend der Ton der neuen Zeit in den Hunsrück. Lucie ist fasziniert von der Hauptstadt, und auch Wilfried Wiegand zieht es nach Berlin. Was zunächst wie Modernität und Aufbruch erscheint, bekommt bald eine bedrohliche politische Seite.

Katharina erlebt diese Entwicklung aus nächster Nähe, als sie ihre Verwandtschaft im Ruhrgebiet besucht. Dort wird ihr deutlich, dass die politischen Veränderungen längst nicht mehr nur aus Zeitungen und Gerüchten bestehen. Menschen verschwinden, weil sie politisch auf der falschen Seite stehen. Auch ihr Neffe Fritz gerät in Gefahr und wird wegen seiner Verbindung zur KPD abgeholt und ins Konzentrationslager verschleppt.

Während draußen eine neue Zeit beginnt, bleibt Schabbach zunächst das kleine Dorf, das sich selbst für die Mitte der Welt hält. Aber die Welt hat begonnen, sich in Schabbach einzumischen.

Und über allem steht weiterhin die Frage:

Wo ist Paul Simon?


3. Weihnacht wie noch nie (1935)

Das Telefon kommt auch in die kleine Hunsrückgemeinde Schabbach. Entlang der Straßen werden Masten aufgestellt, Drähte ziehen sich über die Felder und verbinden das Dorf mit der Außenwelt. Die Schabbacher staunen über die neue Technik. Auch Eduard hält die Veränderungen mit seiner Kamera fest.

Die neue Zeit hat auch die Familie Simon erreicht. Eduard ist inzwischen Bürgermeister von Rhaunen geworden. In seinem Amtszimmer sitzt er hinter einem großen Schreibtisch und wirkt eher gelangweilt als beschäftigt. Auf dem Schreibtisch steht ein Foto von ihm und Lucie.

In Schabbach diskutiert man über die Politik der Nationalsozialisten. Eduard versucht, den Bauern die neue Landwirtschaftspolitik und die angekündigten Entschuldungsmaßnahmen zu erklären. Begriffe wie Reichsnährstand, Erbhofgesetze und Umschuldung stehen im Raum, auch wenn längst nicht jeder versteht, was sie bedeuten. Eduard tritt dabei selbstbewusst als Vertreter der neuen Ordnung auf.

Das neue Telefon wird sofort zum Mittelpunkt des Interesses. Wiegand möchte seinen Sohn Wilfried in Berlin sprechen und ist mächtig stolz, als die Verbindung tatsächlich zustande kommt. Wilfried meldet sich aus der Reichshauptstadt und spricht in seinem inzwischen vollkommen veränderten, korrekten Hochdeutsch. Für seinen Vater ist das ein Beweis dafür, dass aus seinem Sohn etwas geworden ist.

Doch das Telefon führt nicht nur in die Ferne. Hänschen Betz folgt neugierig den neuen Leitungen. Mit seinem Fahrrad fährt er über Felder und Wiesen, bis er schließlich entdeckt, wohin das Kabel führt. Es bringt ihn in die Nähe eines bewachten Lagers, in dem Zwangsarbeiter Straßen- und Erdarbeiten verrichten. Ein bewaffneter SS-Mann stellt den Jungen zur Rede. Statt ihn einfach wegzuschicken, zeigt er ihm sogar, wie man mit einem Gewehr zielt, und führt ihm vor, wie leicht ein Mensch erschossen werden kann. Hänschen wird schließlich nach Schabbach zurückgeschickt.

Lucie und Eduard bewegen sich derweil immer selbstverständlicher in den Kreisen der neuen Machthaber. Bei einem Abendessen beim Gauleiter bemüht sich Lucie um dessen Aufmerksamkeit und preist Eduards fotografische Arbeit. Sie erreicht tatsächlich, dass eine Ausstellung seiner Fotografien in Aussicht gestellt wird.

Auf dem Heimweg fahren Lucie und Eduard zu ihrem Baugrundstück. Lucie kümmert sich um die Finanzierung der geplanten Villa und hat dabei keine Berührungsängste. Eduard dagegen hat Bedenken wegen der jüdischen Bank, die den Kredit bereitstellt. Auf dem noch weitgehend leeren Grundstück kann Lucie bereits die fertige Villa vor sich sehen. Sie stellt sich ein großes Haus mit zweiundfünfzig Fenstern vor, größer und prächtiger als die Villa des Gauleiters.

Die Villa wird schließlich zum sichtbaren Zeichen von Lucies und Eduards gesellschaftlichem Aufstieg. Lucie sieht in ihr nicht nur ein Zuhause, sondern eine Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Eduard weiter nach oben zu bringen.

Als Wilfried aus Berlin zurückkehrt, trägt er die Uniform der SS. Aus dem Sohn des Bauern Wiegand ist ein junger Mann geworden, auf den sein Vater sichtbar stolz ist. Auch Lucie ist von dem selbstbewussten jungen SS-Offizier angetan. Wilfried berichtet, dass drei hochrangige Nationalsozialisten – Rosenberg, Frick und Ley – auf ihrer Reise durch den Hunsrück vorbeikommen werden. Für einen bestimmten Streckenabschnitt ist Eduard verantwortlich.

Lucie erkennt sofort die Gelegenheit. Sie möchte die hohen Gäste in ihrer neuen Villa bewirten und hofft, dass Eduard durch diese Bekanntschaft einen weiteren Schritt auf der politischen Karriereleiter machen kann. Eduard ist vorsichtiger und weist darauf hin, dass die drei Männer nicht allein kommen werden, sondern von einer großen Begleitung umgeben sind. Lucie lässt sich davon nicht bremsen.

Als die hohen Gäste tatsächlich eintreffen, wird die Villa zum Schauplatz eines Ereignisses, das in Schabbach für Aufsehen sorgt. Vor dem Haus stehen zahlreiche Motorräder und große Wagen. Die drei führenden Nationalsozialisten ziehen sich mit ihrer Begleitung zu einer Besprechung zurück. Lucie ist aufgeregt und fühlt sich durch die Aufmerksamkeit der prominenten Gäste in ihrer gesellschaftlichen Bedeutung bestätigt.

Nach dem Besuch nutzt Lucie die Gelegenheit erneut, Eduards fotografische Arbeit ins Gespräch zu bringen. Der Gauleiter zeigt sich interessiert und stellt eine Ausstellung seiner Bilder vom Leben der arbeitenden Bevölkerung im Hunsrück in Aussicht. Lucie sieht damit eine weitere Möglichkeit, Eduard bekannt zu machen.

Während Lucie immer stärker auf Eduards politische Karriere setzt, beschäftigt sich dieser weiterhin vor allem mit seiner Fotografie. Das sorgt auch innerhalb der Familie für Spannungen. Lucie ist enttäuscht, dass Eduard sich ihrer Vorstellung von gesellschaftlichem Aufstieg nicht mit derselben Energie widmet wie seiner Kamera.

Dann kommt Weihnachten.

Die Familie fährt zur Christmette nach Ravengiersburg. Die Kirche ist festlich geschmückt, überall brennen Lichter, und die Weihnachtsfeier beeindruckt die Schabbacher. Maria und Pauline bewundern die prachtvolle katholische Kirche. Auch Katharina ist von der Feierlichkeit der Nacht ergriffen.

Doch neben der christlichen Weihnachtsfeier wird die nationalsozialistische Ideologie auch hier sichtbar. Während die Familie in der Kirche ist, bleibt Wiegand zuhause. Er legt eine Schallplatte auf, die Weihnachtsstimmung mit nationalsozialistischer Propaganda verbindet. Horst Wessel wird als Märtyrer verehrt, und das Weihnachtsfest wird mit dem Glauben an die nationalsozialistische Zukunft Deutschlands verknüpft.

Nach der Christmette kommen die Schabbacher aus der Kirche. Lucie ist begeistert und sieht in der Feier den Höhepunkt eines besonders schönen Weihnachtsfestes. Eduard stellt die Familie zum Gruppenfoto auf. Lucie und Wilfried stehen selbstverständlich nebeneinander. Katharina beobachtet die beiden und reagiert empfindlich auf Wilfrieds politische Bemerkungen.

Anschließend feiern Wiegands und Simons gemeinsam Weihnachten. Die Kinder freuen sich über ihre Geschenke, eine Dampfmaschine und ein Spielzeugflugzeug werden ausprobiert, während die Erwachsenen an der festlich gedeckten Tafel sitzen. Katharina bringt die Weihnachtsgans herein, und für einen Moment wirkt die Familie wie eine große, harmonische Gemeinschaft.

Doch hinter dieser scheinbaren Idylle hat sich Schabbach verändert. Das Telefon verbindet das Dorf mit der Außenwelt, Autos und Motorräder künden vom technischen Fortschritt, Eduard ist Bürgermeister geworden, Lucie hat sich Zugang zu den politischen Kreisen verschafft und Wilfried trägt die Uniform der SS.

Und während viele Schabbacher die neue Zeit als Aufbruch und Wohlstand erleben, gehört Katharina zu den wenigen, die ihr misstrauen. Sie erkennt, dass sich hinter den neuen Zeichen von Fortschritt und Ordnung etwas verändert, das mit dem alten Schabbach nicht mehr viel zu tun hat.


4. Reichshöhenstrasse (1938)

Maria und Pauline gehen ins Kino nach Simmern. Im voll besetzten Postlichtspiele läuft La Habanera mit Zarah Leander. Die beiden Frauen sind von dem Film und besonders von der Hauptdarstellerin begeistert. Maria stehen während des Liebesliedes sogar Tränen in den Augen. Auf dem Heimweg entdecken sie bereits die Ankündigung für den nächsten Film.

Auch zu Hause bleibt Zarah Leander das Gesprächsthema. Maria und Pauline machen sich gegenseitig die charakteristischen Locken der Schauspielerin nach und betrachten sich lachend im Spiegel. Pauline erzählt von einem neuen Hut und einem eleganten Mantel aus blauem Samt, den sie sich mit Robert in Koblenz gekauft hat. Den Hut hat sie sich allerdings heimlich aus der Ladenkasse finanziert.

Robert ist währenddessen in Idar-Oberstein, um Schmuck für das Geschäft einzukaufen. Das Geschäft läuft gut. Die neue Kundschaft, die mit dem Bau der Hunsrückhöhenstraße in die Gegend gekommen ist, gibt viel Geld aus und verlangt hochwertige Waren aus Gold und Silber.

Besonders beliebt sind Totenkopfringe. Die Arbeiter der Hunsrückhöhenstraße, Ingenieure, Angehörige des Reichsarbeitsdienstes und der Organisation Todt kaufen die auffälligen Silberringe mit ihren roten Rubinaugen. Pauline und Robert haben damit einen regelrechten Verkaufsschlager entdeckt. Maria betrachtet die Ringe allerdings mit Unbehagen.

Auch Otto Wohlleben, ein Bauingenieur, der bei den Simons wohnt, trägt einen solchen Ring. Er arbeitet gemeinsam mit seinem Assistenten Pieritz am Bau der Hunsrückhöhenstraße. Die gewaltige Baustelle verändert die Landschaft. Tausende Arbeiter aus Sachsen und Thüringen sind in den Hunsrück gekommen, um die neue Straße innerhalb eines Jahres von Koblenz bis Trier zu bauen. Dampfwalzen und Schotterhänge bestimmen das Bild, während der Reichsarbeitsdienst bei der Arbeit Lieder singt.

Wohlleben hat sich bei den Simons gut eingelebt. Abends hilft er dem jungen Ernst beim Bau von Segelflugzeugen. Auch Anton interessiert sich für ihn und beginnt, ihn mit Eduards alter Kamera zu fotografieren. Wohlleben macht dabei bereitwillig mit.

Dann kommt es zu einem schweren Arbeitsunfall. Wohlleben wird bei den Vermessungsarbeiten von einem umstürzenden Baustapel getroffen. Sein rechter Arm ist von den Fingerspitzen bis zur Schulter eingegipst; im Krankenhaus wurde eine komplizierte Splitterfraktur festgestellt. Wohlleben möchte trotzdem nicht dortbleiben und wird von Pieritz zurück zu den Simons gebracht.

Maria kümmert sich um ihn. Sie versorgt den verletzten Ingenieur, bereitet ihm Essen und hilft ihm im Alltag. Aus der anfänglichen Fürsorge entwickelt sich langsam eine besondere Nähe zwischen den beiden.

Wohlleben verbringt nun viel Zeit im Haus Simon. Er baut weiterhin mit Ernst an dessen Segelfliegern und wird dabei zu einer vertrauten Person für die Familie. Maria bemerkt, dass ihn etwas beschäftigt, kann seine Stimmung aber zunächst nicht einordnen. Als sie den Totenkopfring an seinem Finger entdeckt, fällt ihr auf, dass ausgerechnet auch Wohlleben einen dieser inzwischen allgegenwärtigen Ringe trägt. Für ihn haben die Ringe jedoch eine andere Bedeutung als für die Männer, die sie als modisches Zeichen tragen.

Maria und Wohlleben kommen sich näher. Schließlich gehen sie gemeinsam zum Tanzen. Die Beziehung bleibt zunächst vorsichtig und zurückhaltend, doch Maria findet nach den Jahren mit dem verschwundenen Paul wieder einen Menschen, mit dem sie Nähe und Lebensfreude erlebt.

Während sich in Schabbach das Leben verändert, hat Lucie ihre eigenen Sorgen. Sie lässt ihre Eltern zu sich in den Hunsrück kommen. Die Villa, die sie sich mit Eduard aufgebaut hat, soll ihnen nun als neues Zuhause dienen.

Auf der Rückfahrt vom Bahnhof kommt es zu einem schweren Autounfall. Lucie muss einem anderen Fahrzeug ausweichen und prallt gegen einen Baum. Ihre Eltern überleben den Unfall nicht.

Für Lucie bricht damit plötzlich ein Stück ihrer Vergangenheit weg.

In ihrer Villa taucht wenig später Martina auf, eine ehemalige Kollegin aus Lucies Berliner Zeit. Für Lucie ist dieser Besuch höchst unangenehm. Martina kennt die Vergangenheit der früheren Berliner Nachtwelt und damit auch die Herkunft des Geldes und den Lebensweg, den Lucie vor ihrer Ehe mit Eduard geführt hat.

Die Begegnung wird deshalb zu einer Bedrohung für Lucies sorgfältig aufgebautes neues Leben. Ihre Villa, ihre gesellschaftlichen Kontakte und ihr Ansehen beruhen auf dem Bild, das sie inzwischen von sich selbst geschaffen hat. Martina gehört zu einer Vergangenheit, die Lucie längst hinter sich lassen möchte.

Während draußen die Hunsrückhöhenstraße weitergebaut wird und die moderne Welt immer schneller in die Region eindringt, beginnen sich auch die Lebenswege der Schabbacher auseinanderzuentwickeln. Maria findet vorsichtig wieder ins Leben zurück, Wohlleben wird ihr näher, und Lucie muss erleben, dass sich die Vergangenheit nicht einfach auslöschen lässt.


5. Auf und davon und zurück (1938-1939)

Seit Paul Simon 1928 Schabbach verlassen hat, sind zehn Jahre vergangen. Maria hat ihr Leben inzwischen auf ihre beiden Söhne konzentriert. Sie glaubt, dass sie nach all den Jahren vielleicht noch einmal von vorn anfangen kann. Mit Otto Wohlleben ist ein neuer Mann in ihr Leben getreten, und langsam scheint die Vergangenheit ihre Macht über sie zu verlieren.

Dann erreicht ein Brief das Haus Simon.

Katharina entdeckt ihn und bringt ihn aufgeregt zu Mathias. Auf dem Küchentisch versammelt sich die Familie um das Schreiben. Mathias kann die Zeilen kaum noch lesen, weil sein Augenlicht immer schlechter geworden ist. Maria übernimmt und liest den Brief vor.

Paul lebt.

Nach zehn Jahren hat er erstmals wieder geschrieben. Er lebt in Detroit und berichtet, dass Amerika ihm Glück gebracht habe. Inzwischen besitzt er einen erfolgreichen Betrieb in der Elektrobranche. Vor allem aber denkt er noch immer an seine Familie. Die Nachrichten aus Deutschland machen ihm Sorgen, und er hat beschlossen, seine Heimat wiederzusehen. Innerhalb eines Jahres will er nach Deutschland kommen.

Für die Familie ist die Nachricht kaum zu begreifen. Anton betrachtet den Brief genauer und entdeckt auf dem Briefkopf den Namen der Firma: Simon Electric Inc., Detroit, USA. Dazu gehört ein Foto der Fabrik, die sich offenbar über eine gewaltige Fläche erstreckt. Paul, der einst als mittelloser Radiobastler aus Schabbach verschwunden ist, hat es in Amerika zu etwas gebracht.

Für Maria aber bedeutet der Brief etwas ganz anderes.

Sie hat sich inzwischen ein neues Leben aufgebaut. Gerade als sie glaubt, Paul endgültig hinter sich gelassen zu haben, kehrt er ausgerechnet jetzt in ihr Leben zurück. Sie sucht Otto auf und findet ihn in seinem Zimmer. Unter Tränen erzählt sie ihm von dem Brief. Der Mann, den sie für sich längst als tot betrachtet hat, hat sich nach zwölf Jahren zurückgemeldet.

Otto versucht, Maria beizustehen, doch auch für ihn verändert sich mit Pauls Rückkehr alles. Die Beziehung der beiden steht plötzlich zwischen Vergangenheit und Gegenwart.

Unterdessen wird Otto beruflich versetzt. Die politischen Veränderungen haben auch sein Leben erreicht. Weil seine Mutter jüdisch ist, verliert er schließlich seine Stellung als Ingenieur. Maria kann zunächst kaum glauben, dass man auf einen Fachmann wie ihn verzichten könnte.

Maria bereitet sich trotzdem auf Pauls Ankunft vor. Das ganze Haus wird hergerichtet. Pauls alte Anzüge werden gebügelt, die Küche wird umgeräumt, und Anton lernt ein Gedicht auswendig, das er seinem Vater bei der Rückkehr aufsagen möchte. Maria selbst ist innerlich völlig aufgewühlt. Sie kann sich kaum noch konzentrieren und wirkt zunehmend abwesend.

Schließlich kommt die Nachricht, dass Paul tatsächlich nach Deutschland unterwegs ist.

Maria und Anton fahren nach Hamburg. Dort wollen sie das Schiff erwarten, mit dem Paul aus Amerika zurückkehrt. Für Anton ist die Reise ebenso aufregend wie beunruhigend. Er kennt seinen Vater kaum noch. In seinen Erinnerungen ist Paul nur der Mann, der vor vielen Jahren plötzlich verschwunden ist.

Im Hamburger Hafen wartet Maria mit ihrem Sohn auf das Schiff. Die Passagiere verlassen nach und nach das Schiff und gehen durch die Zollkontrolle. Doch Paul kommt nicht.

Maria erfährt schließlich, dass es Schwierigkeiten gibt. Paul darf das Schiff nicht verlassen, weil er keinen Ariernachweis vorlegen kann.

Über das Frachtbüro nimmt Maria Kontakt zu Paul auf. Er spricht inzwischen mit amerikanischem Akzent. Für einen kurzen Moment bekommt Anton die Gelegenheit, mit seinem Vater zu sprechen. Paul versucht, an die Kindheit des Jungen anzuknüpfen, doch Anton kann sich kaum noch an ihn erinnern. Für Paul ist die Begegnung dennoch bewegend: Zum ersten Mal seit vielen Jahren hört er die Stimme seines Sohnes.

Maria erkennt, dass sie schnell handeln muss. Sie denkt an Eduard, der inzwischen Bürgermeister von Rhaunen ist, und an Wilfried, der bei der SS Karriere gemacht hat. Vielleicht können sie helfen. Paul soll Deutschland nicht wieder verlassen müssen.

In Rhaunen bringt Lucie das Telegramm zu Eduard. Der Hinweis auf den fehlenden Ariernachweis versetzt beide in Unruhe. Für Paul bleibt nur eine sehr kurze Frist. Innerhalb von drei Tagen muss der Nachweis erbracht werden, sonst darf er das Schiff nicht verlassen und muss zurück nach Amerika.

Eduard und Wilfried machen sich deshalb auf die Suche nach den Vorfahren der Familie Simon. Im Pfarrhaus von Dickenschied durchsuchen sie alte Kirchenbücher. Seite um Seite gehen sie die Einträge durch und versuchen, die Abstammung der Familie lückenlos nachzuweisen. Dabei stoßen sie auf zahlreiche Simons aus vergangenen Jahrhunderten. Die Suche wird zu einem Wettlauf gegen die Zeit.

Währenddessen warten Maria und Anton in Hamburg auf eine Nachricht. Durch einen Bretterzaun können sie das Schiff sehen. Schließlich entdecken sie einen Mann an der Reling. Er winkt ihnen zu. Für einen Augenblick scheint es, als könne die Rückkehr doch noch gelingen.

Doch der notwendige Nachweis kommt nicht rechtzeitig.

Maria und Anton sitzen später im Hotel und versuchen, eine neue Möglichkeit zu finden. Vielleicht könnte Paul in Le Havre von Bord gehen. Vielleicht könnte man ihm den Nachweis dorthin schicken. Für Maria wird die Situation immer unerträglicher. Sie erkennt, dass sie zwischen zwei Leben steht: zwischen dem Mann, mit dem sie inzwischen glücklich geworden ist, und dem Ehemann, dessen plötzliches Auftauchen die Vergangenheit mit aller Macht zurückgebracht hat.

Paul muss schließlich wieder nach Amerika zurückkehren.

Für Maria bleibt die Begegnung mit ihm dennoch nicht ohne Folgen. Die Rückkehr des Totgeglaubten hat ihr Leben erschüttert und gleichzeitig sichtbar gemacht, wie sehr sich die Welt verändert hat. Paul, der Deutschland vor Jahren verlassen hat, gehört inzwischen zu Amerika. Maria dagegen ist im Hunsrück geblieben – und hat versucht, dort weiterzuleben.

Am 1. September 1939 versammeln sich auf der Wasserkuppe die Mitglieder einer Hitlerjugend-Segelfliegerschule, darunter Marias Sohn Ernst. In einer mit Marmor ausgestatteten Halle stehen die Jugendlichen vor einem Lautsprecher. Die Führung kündigt eine historische Mitteilung des „Führers“ über den Rundfunk an.

Hitler verkündet den Beginn des Krieges gegen Polen.

Deutschland ist wieder im Krieg.


6. Heimatfront (1943)

Der Krieg ist inzwischen auch im Hunsrück allgegenwärtig. Eines Morgens liegen die Trümmer eines abgeschossenen englischen Bombers auf einem Feld vor Schabbach. Die Telefonleitung ist beschädigt, Kriegsgefangene müssen unter Bewachung die umgestürzten Masten wieder aufrichten. Polizisten und Dorfbewohner stehen um die Wrackteile herum, während Eduard das Ereignis mit seiner Kamera festhält. Für die Schabbacher ist es ein spektakuläres Ereignis, das sogar in einer Sondermeldung aus dem Führerhauptquartier erwähnt wird.

Wilfried Wiegand kommt mit drei Kindern im Auto an den Ort des Absturzes. Die Jungen verfolgen gespannt, was geschieht. Sie wissen, dass ein englischer Flieger mit dem Fallschirm abgesprungen ist und irgendwo im Wald liegen muss.

Wilfried fährt mit den Kindern weiter in den Wald. Während sie im Wagen warten, macht er sich allein auf die Suche. Er findet den schwer verletzten englischen Piloten schließlich unter einem Fallschirm in einer Mulde. Der Mann ist kaum noch in der Lage, sich zu bewegen und liegt mit schweren Verletzungen am Boden. Wilfried richtet seine Pistole auf ihn und erschießt den Wehrlosen. Die Kinder hören den Schuss. Später wird Wilfried behaupten, er habe den Engländer auf der Flucht erschossen.

Der Krieg reicht damit unmittelbar bis vor die Haustüren der Schabbacher. Gleichzeitig versucht das Dorf, den Alltag aufrechtzuerhalten.

Otto hat seine Arbeit als Ingenieur verloren und wird schließlich zur Bombenentschärfung herangezogen, bei denen er seine technischen Fähigkeiten weiterhin einsetzen kann. Der Krieg bestimmt auch seine Arbeit. Während andere Männer an der Front stehen, werden Fachleute wie er für Aufgaben im Hinterland eingesetzt.

Maria hat inzwischen einen Sohn von Otto bekommen. Noch weiß Otto nichts davon. Für Maria ist das Kind eine Verbindung zu dem Mann, den sie liebt, zugleich aber auch eine Verbindung zu einer Zukunft, deren Ausgang immer unsicherer wird.

Im November 1943 kommt Martha aus Hamburg in den Hunsrück. Sie ist Antons Verlobte und erwartet ein Kind. Maria holt sie am Bahnhof in Kirchberg ab. Zwischen den beiden Frauen entsteht schnell ein enges Verhältnis. Für Maria ist Marthas ungeborenes Kind zugleich ein Gruß von Anton, der an der Front steht.

Dann steht ein außergewöhnliches Ereignis bevor: die Ferntrauung von Martha und Anton.

Anton befindet sich weit entfernt an der Front. Trotzdem soll die Hochzeit stattfinden. Die Familie und zahlreiche Schabbacher versammeln sich im Haus Wiegand. Martha steht im Mittelpunkt der Feier, während Anton nur über die Verbindung zur Front zugeschaltet ist. Eduard fotografiert die Hochzeitsgesellschaft und versucht, das ungewöhnliche Ereignis für die Nachwelt festzuhalten.

Für die Menschen im Dorf wird die Ferntrauung zu einem großen Fest. Auch wenn der Bräutigam nicht persönlich anwesend sein kann, wird gefeiert, fotografiert und auf die Verbindung zwischen Schabbach und der weit entfernten Front angestoßen.

Über Telefon und Wochenschau wird die Hochzeit sogar zu einem Ereignis, das über Schabbach hinausreicht. Anton ist inzwischen bei einer Propagandakompanie als Kameraassistent tätig – eine Entwicklung, die zu seiner schon seit seiner Kindheit bestehenden Begeisterung für Fotografie und Optik passt.

Der Höhepunkt der Feier findet jedoch über den Dächern von Schabbach statt.

Ernst, der sich schon als Kind für das Fliegen begeistert hat, ist inzwischen in der Ausbildung zum Jagdflieger. Mit einer Messerschmitt Me 109 fliegt er im Tiefflug über das Dorf. Für die Hochzeit seines Bruders riskiert er dabei einiges und wirft einen großen Strauß roter Nelken über Schabbach ab. Die Blumen öffnen sich in der Luft und regnen über die Hochzeitsgesellschaft und die Straße.

Die Menschen laufen zusammen und sammeln die Nelken auf. Martha ist zu Tränen gerührt. Für einen Augenblick scheint der Krieg weit entfernt zu sein.

Doch Ernst bekommt für seinen waghalsigen Flug anschließend Ärger auf dem Fliegerhorst Bitburg. Sein Vorgesetzter macht ihm klar, dass Treibstoff und Flugzeuge nicht für private Kunststücke bestimmt sind. Ernst kann seinen Flug dennoch als Erfolg verbuchen: Die Blumen haben ihr Ziel erreicht.

Während in Schabbach Hochzeit gefeiert wird und Ernst über dem Dorf seine Blumen abwirft, geht der Krieg weiter.

Die Männer sind an den Fronten, die Frauen bleiben zurück und versuchen, zwischen Sorge, Arbeit und Alltag ein normales Leben aufrechtzuerhalten. Die „Heimatfront“ ist längst keine ferne Angelegenheit mehr. Sie ist mitten in Schabbach angekommen.


7. Die Liebe der Soldaten (1944)

Der Krieg ist längst zum Alltag geworden. Zu Beginn der Episode blickt Schabbach noch einmal auf die vergangenen Kriegsjahre zurück. Die Bilder des abgeschossenen englischen Bombers, die Aufnahmen von der Heimatfront und die Menschen, die inzwischen selbst vom Krieg gezeichnet sind, erinnern daran, wie viel sich seit 1943 verändert hat. Maria hat erlebt, wie nach Paul auch ihre Söhne Anton und Ernst in den Krieg gingen. Auch Otto Wohlleben ist wieder verschwunden. Maria weiß nicht, wo er sich aufhält und dass er inzwischen beim Sprengkommando eingesetzt wird.

Anton ist inzwischen bei einer Propagandakompanie eingesetzt. Im Winter 1944 sitzt er an der Ostfront in einem improvisierten Zeltkino und führt den Soldaten die Wochenschau vor. Währenddessen versucht ein Kamerateam, beschädigtes Filmmaterial zu retten. Anton arbeitet mit den Kameraleuten zusammen und repariert technische Teile der Ausrüstung.

Ein Hauptmann erklärt den Kameramännern, welche Aufgabe die Kriegswochenschau aus seiner Sicht erfüllen soll. Die Kamera soll nicht nur das unmittelbare Kriegsgeschehen festhalten, sondern Bilder schaffen, die sich tief in die Menschen einprägen. Der Kameramann Gschrey widerspricht ihm. Er will dort filmen, wo tatsächlich gekämpft und gestorben wird. Anton bekommt diesen Streit mit, bleibt aber vor allem mit seiner Arbeit an der Kamera beschäftigt.

Kurz darauf wird Anton selbst mit einer der grausamsten Seiten dieser Arbeit konfrontiert. In einem verschneiten Wald in Russland soll eine Erschießung gefilmt werden. SS-Männer und Wehrmachtsoffiziere haben an einem Erdwall ein Maschinengewehr aufgebaut. Gefangene werden herangeführt und müssen sich mit dem Rücken zur Kamera und zum Maschinengewehr aufstellen. Anton soll bei den Vorbereitungen helfen.

Während Anton noch mit technischen Problemen an der Kamera beschäftigt ist, beginnt die Erschießung. Die Gefangenen werden vor laufender Kamera erschossen. Anton versucht, sich auf die Reparatur des Objektivs zu konzentrieren und nicht hinzusehen, doch die Schüsse und das Geschehen vor ihm lassen sich nicht ausblenden. Immer wieder werden neue Gruppen von Gefangenen herangeführt und erschossen.

Das entstandene Filmmaterial wird anschließend als geheimes Material behandelt. Anton erhält den Auftrag, die Filmrolle in ein Münchner Kopierwerk zu bringen. Dort werden neben anderen geheimen Aufnahmen auch die Bilder der Erschießung vorgeführt. Eine junge Mitarbeiterin wendet sich entsetzt von den Aufnahmen ab, während der Schichtführer ausschließlich auf die technische Qualität des Filmmaterials achtet.

Während Anton an der Front bleibt, kehrt Otto Wohlleben nach Schabbach zurück.

Mit seinem Assistenten Pieritz fährt er im Kübelwagen durch den Hunsrück. Als er Schabbach erreicht, erkennt er das Dorf sofort wieder. Die Straßen und Häuser wirken auf ihn beinahe unverändert, obwohl inzwischen Krieg herrscht. Auf seinem Weg zum Haus Simon sieht er Kriegsgefangene bei der Arbeit und erinnert sich an die Zeit, in der er selbst beim Bau der Hunsrückhöhenstraße gearbeitet hat.

Im Haus Simon wird Otto von Katharina freudig empfangen. Maria erscheint oben an der Treppe und bleibt zunächst wie erstarrt stehen. Nach all den Jahren stehen die beiden einander wieder gegenüber. Otto erzählt von seiner Reise und davon, dass er Ernst getroffen hat. Maria berichtet ihm, dass sie ihren Sohn beim Fliegen gesehen hat.

Dann bringt Katharina den kleinen Hermann in die Küche.

Otto erfährt zum ersten Mal, dass Maria einen Sohn von ihm hat. Der Junge betrachtet ihn zunächst vorsichtig, doch schließlich gibt er ihm seine kleine Hand. Otto ist tief bewegt. Er hatte nicht gewusst, dass es dieses Kind gibt, und kann kaum begreifen, dass er vier Jahre lang durch den Krieg gezogen ist, ohne von seinem eigenen Sohn zu wissen.

Otto beschließt, mit Pieritz in Schabbach zu bleiben. Maria führt Pieritz in das Zimmer, das früher Otto gehört hat. Als sie wieder zu Otto kommt, fallen sich die beiden in die Arme und küssen sich. Für einen kurzen Moment scheint es, als könnten sie dort weitermachen, wo sie einst aufgehört haben.

Am Abend sitzt die Familie mit Otto, Maria, Hermann, Martha und den beiden Bochumer Mädchen beim Essen. Das Radio läuft, und alle hören gemeinsam die Wunschsendung für die Soldaten. Martha erwartet inzwischen ihr Kind. Für kurze Zeit entsteht im Haus eine Atmosphäre, die beinahe an ein normales Familienleben erinnert.

Doch draußen ist weiterhin Krieg.

In einer Sommernacht sitzen Lotti und der Unteroffizier Specht noch zusammen, als das Dröhnen eines englischen Bombergeschwaders immer lauter wird. Währenddessen liegt Maria im Bett. Otto versucht, die Verdunkelung vom Fenster zu entfernen, und beide hören die Flugzeuge über Schabbach hinwegfliegen. Für Maria gehört das nächtliche Brummen inzwischen fast schon zum Alltag.

Die beiden beginnen über ihre gemeinsame Vergangenheit zu sprechen. Otto erzählt von den vielen Orten, an denen er während des Krieges gewesen ist, und davon, dass er sich trotz der vielen Menschen um ihn herum immer allein gefühlt hat. Maria denkt an die Männer, die aus ihrem Leben verschwunden sind: Paul, ihre Söhne und schließlich Otto selbst.

Auch die Geschichte ihrer Beziehung kommt noch einmal zur Sprache. Maria erklärt, wie sehr sie damals zwischen Paul und Otto hin- und hergerissen war und wie sehr sie sich dafür geschämt hatte, Paul innerlich schon für tot zu halten. Otto versteht nun besser, warum Maria ihn damals von sich gestoßen hat.

In derselben Nacht entdecken Lotti und Specht die wertvollen Vorräte, die Lottis Familie für die Zeiten der Bombenangriffe versteckt hat: Leinen, Damast, Silber und Rosenthalporzellan. Für einen Augenblick denkt Lotti daran, die Kostbarkeiten gemeinsam mit Specht mitzunehmen. Er lehnt jedoch ab.

Maria und Otto liegen noch immer wach. Sie sprechen über ihren gemeinsamen Sohn Hermann und darüber, was es bedeutet, nach all den Jahren plötzlich wieder eine Familie zu sein. Otto erzählt Maria schließlich, dass er sich freiwillig zum Sprengkommando gemeldet hat. Er hat damit bewusst eine gefährliche Aufgabe übernommen.

Am nächsten Morgen machen sich Otto und Pieritz wieder auf den Weg. Maria begleitet ihn hinaus. Auch der kleine Hermann ist dabei. Otto verabschiedet sich und versichert Maria, dass ihm nichts passieren werde. Maria hat jedoch ein ungutes Gefühl.

Ihr Gefühl täuscht sie nicht.

Otto und Pieritz erreichen ein Bahnhofsgelände in Koblenz. Unter einem Güterwagen liegt eine Bombe. Die Bahnpolizei hat bereits Soldaten in der Nähe, die nichts von der Gefahr wissen. Otto lässt sie warnen und beginnt gemeinsam mit Pieritz, die Lage zu untersuchen. Die Bombe liegt unter einer Drehscheibe und kann nur erreicht werden, wenn diese vorsichtig bewegt wird.

Otto übernimmt die gefährliche Arbeit selbst. Pieritz möchte ihn unterstützen, doch Otto schickt ihn zurück. Er nähert sich der Bombe, legt den Zünder frei und beginnt, ihn vorsichtig zu lösen. Ein alter Streckenwärter taucht plötzlich auf und beobachtet die Arbeit. Otto fordert ihn auf, sich in Sicherheit zu bringen.

Dann geschieht das Unglück.

Als Otto den Zünder mit einer Zange herauszudrehen versucht, detoniert die Bombe. Eine gewaltige Druckwelle fegt über das Gelände. Der alte Streckenwärter wird zu Boden gerissen. Pieritz läuft zu ihm und erkennt erst nach und nach, was passiert ist: Otto ist bei der Explosion ums Leben gekommen.

Zur selben Zeit fährt Maria mit ihrem Postfahrrad über die Landstraße. Plötzlich hält sie an. Ohne dass ihr jemand die Nachricht überbringen muss, scheint sie zu wissen, dass Otto tot ist. Tränen laufen ihr über das Gesicht.

In Schabbach reißen in der folgenden Nacht Explosionen die Menschen aus dem Schlaf. Eine Flakstellung am Ortsrand wird getroffen. Fenster zerbrechen, draußen stehen die Menschen im Nachtzeug auf der Straße und beobachten den Feuerschein. Der Krieg ist jetzt unmittelbar im Dorf angekommen.

Währenddessen bringt Martha ihr Kind zur Welt. Maria erlebt die Geburt ihres ersten Enkelkindes. Martha hält ein Bild von Anton in der Hand, das ihn mit seiner Filmkamera an der Front zeigt. Doch die Freude über das Kind wird von der Sorge um den abwesenden Vater überschattet.

Auch Lotti erfährt vom Tod Spechts. Sie sitzt weinend auf ihrem Bett und erinnert sich an das Gedicht, das er ihr gemacht hatte. Die kleine Ursel fragt Katharina, ob Specht wirklich tot sei. Katharina muss es ihr bestätigen.

Am nächsten Morgen ist am Dorfrand ein gewaltiger Bombentrichter entstanden. Die Schabbacher stehen um das Loch herum und betrachten die Zerstörung. Eduard kommt mit seiner Leica und macht – wie so oft – eine Aufnahme von dem Ereignis. Kurz darauf wird das Foto seinem Album hinzugefügt. Die Bildunterschrift hält bereits fest, was bald darauf geschieht: den Einmarsch der Amerikaner in Schabbach am 18. März 1945.

Mit dem Einmarsch der Amerikaner bricht für Eduard und Lucie ihre bisherige Welt zusammen.

Eduard kommt in bäuerlicher Kleidung in die Villa zurück. Lucie hat sich bereits als Dienstmädchen verkleidet und versucht, möglichst viele ihrer Wertgegenstände in einen Koffer zu packen. Das Haus wird beschlagnahmt. Sie haben nur wenige Minuten, um es zu verlassen.

Wilfried sitzt leichenblass und völlig zusammengesunken auf dem Boden. Von dem selbstbewussten SS-Offizier, der einst mit Stolz aus Berlin zurückgekommen war, ist kaum noch etwas übrig. Er wirkt wie ein gebrochener und geistig abwesender Mann.

Eduard nimmt schließlich sogar das Hitlerbild von der Wand. Wilfried reagiert verstört und beginnt, die alte nationalsozialistische Hymne zu singen, während er auf die Knie sinkt. Eduard und Lucie versuchen verzweifelt, ihn zum Schweigen zu bringen. Lucie erkennt, dass alles verloren ist, was sie und Eduard in den vergangenen Jahren aufgebaut haben. Eduard dagegen empfindet das Ende der nationalsozialistischen Herrschaft vor allem als Befreiung.

Dann erscheinen die ersten amerikanischen Soldaten vor der Villa. Unter ihnen sind auch schwarze GIs. Eduard steht ihnen gegenüber, während das Hitlerbild noch auf dem Boden liegt.

Eine Welt ist untergegangen. Eine andere hat Schabbach erreicht.


8. Der Amerikaner (1945-1947)

Der Krieg ist vorbei, doch für viele Menschen hat sich das Leben noch lange nicht normalisiert. In Berlin kämpft Martina um das Leben des schwer verletzten Pollack. Während draußen die Straßenschlacht tobt, versucht sie, ihn mit Klavierspielen von den Kämpfen abzulenken. Sie hofft, dass ein Arzt kommen kann, sobald sich die Lage beruhigt. Doch Pollack stirbt.

Auch in Schabbach hat sich die Welt verändert. Die Amerikaner sind in den Hunsrück eingerückt. Doch im Frühjahr 1947 kündigt sich ein ganz besonderer Besucher an.

Auf der Landstraße vor Schabbach erscheint ein großes, dunkles amerikanisches Auto. Der Wagen hält vor dem Ortsschild. Ein Chauffeur steigt aus, ebenso ein elegant gekleideter Mann mit Hut und Mantel: Paul Simon. Er ist inzwischen Ende vierzig, wohlhabend und sichtlich amerikanisch geworden. Gleichzeitig ist er bewegt und unsicher, als er nach zwanzig Jahren zum ersten Mal wieder auf Schabbach blickt.

Paul lässt seinen Chauffeur mit dem Wagen langsam hinter sich herfahren und geht zu Fuß ins Dorf. Er nimmt denselben Weg, den er einst bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft gegangen war und den er zwanzig Jahre zuvor verlassen hatte. Die Menschen, die ihrer Arbeit nachgehen, beachten den elegant gekleideten Fremden kaum. Paul geht an der Kirche und am Kriegerdenkmal vorbei und schließlich zum Haus seiner Familie.

Das Elternhaus ist verschlossen. Paul betrachtet die vertrauten Mauern, die Fenster, das Fachwerk und die alte Haustreppe. Schließlich findet er einen Weg ins Haus. Alles ist ihm vertraut und zugleich fremd geworden. In der Schmiede sieht er die alten Werkzeuge und die Hinterlassenschaften seines Vaters. Dann nimmt er den Hammer und schlägt auf den Amboss.

Katharina hört das Hämmern vom Friedhof aus. Für sie besteht kein Zweifel mehr: Ihr Sohn ist zurück.

Die Nachricht verbreitet sich im ganzen Dorf. Paul ist wieder da – nicht als mittelloser Heimkehrer wie damals, sondern als erfolgreicher Amerikaner mit Chauffeur, großer Limousine und der Firma Simon Electric in Detroit.

Im Haus Simon versammelt sich bald die ganze Familie. Die Wohnküche ist voller Menschen. Katharina sitzt neben Paul, während der kleine Hermann ihn neugierig beobachtet. Auch Pauline und Eduard sind wieder mit ihrer Mutter und ihrem Bruder vereint. Für Katharina ist dieser Augenblick besonders bewegend: Nach all den Jahren sitzen ihre drei Kinder Paul, Pauline und Eduard wieder gemeinsam bei ihr.

Paul erzählt von Amerika, von Detroit und von seinem Unternehmen. Die Schabbacher sind fasziniert von dem Wohlstand, den er mitgebracht hat. Amerikanische Zigaretten und Schokolade machen ebenso Eindruck wie die große Limousine und der schwarze Chauffeur.

Paul dagegen ist vor allem damit beschäftigt, seine alte Heimat wiederzuentdecken.

Maria hält sich währenddessen von der allgemeinen Begeisterung fern. Als sie Paul schließlich gegenübersteht, kann sie ihre Gefühle kaum beherrschen. Für sie ist seine Rückkehr etwas völlig anderes als für die übrigen Dorfbewohner. Sie hat jahrelang mit seinem Verschwinden gelebt, hat sich ein neues Leben aufgebaut und einen Sohn mit Otto bekommen. Nun steht Paul plötzlich wieder vor ihr. Maria zieht sich in ihr Zimmer zurück und muss zunächst allein sein.

Auch Klärchen ist inzwischen im Haus Simon. Sie erzählt Martha und Lotti von Ernst und gibt sich als seine Braut aus. Sie wartet darauf, dass Ernst nach Hause kommt. Doch niemand weiß genau, wo er sich befindet.

Ernst selbst hält sich zunächst von Schabbach fern. Gemeinsam mit Frigga fährt er in einem holzbetriebenen Behelfs-Lieferwagen. Als sie in Sichtweite des Dorfes kommen, fragt Frigga, warum er seine Familie nicht besucht. Ernst möchte nicht. Nach all den Jahren glaubt er, dass die Menschen in Schabbach seine Rückkehr nicht verstehen würden – vor allem nicht, wenn er gleich wieder weiterzieht. Er bleibt noch eine Weile stehen und blickt auf sein Heimatdorf, bevor er mit Frigga weiterfährt.

Ernst scheint inzwischen von seiner Heimat entfremdet. Nach seinem Einsatz als Jagdflieger und dem Abschuss über Frankreich hat er den Krieg überlebt, aber seine Erfahrungen haben ihn verändert. Seine Begeisterung für die Fliegerei ist trotzdem geblieben.

Anton befindet sich zu dieser Zeit auf einem ganz anderen Weg.

Er kommt gerade aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück. Insgesamt legt er rund 6.500 Kilometer zu Fuß zurück und gelangt über die Türkei, Griechenland und Tirol schließlich wieder in den Hunsrück. Während dieses langen Marsches entwickelt er seine Vorstellungen für die Zukunft. Er beschäftigt sich mit technischen Erfindungen und ist überzeugt, dass er zahlreiche Patente entwickeln kann.

Als Anton schließlich wieder bei Martha ist, erzählt er ihr von seinen Ideen. Er hat sich während des Marsches immer neue Gedanken über Patente gemacht und sich vorgestellt, wie er daraus ein eigenes Unternehmen aufbauen könnte. Seine Vorstellungen wirken auf Martha zunächst schwer nachvollziehbar. Anton aber ist überzeugt davon, dass die Zeit nach dem Krieg eine neue Welt schaffen wird und dass er darin seinen Platz finden kann.

Paul bleibt noch eine Weile in Schabbach. Die Dorfbewohner feiern seine Rückkehr. Am Abend versammelt sich praktisch das ganze Dorf auf der Straße, als Paul mit seiner amerikanischen Limousine durch Schabbach fährt. Hinter ihm folgt ein Lastwagen des US-Militärs mit einem Army-Orchester. Für die Schabbacher wird die Heimkehr des Amerikaners zu einem großen Ereignis.

Paul besucht während seines Aufenthalts auch die Familie und versucht, die verlorenen Jahre aufzuholen. Für den kleinen Hermann ist er ein Fremder, der plötzlich in seinem Leben auftaucht. Paul begegnet dem Jungen liebevoll und bringt ihm sogar amerikanische Schokolade mit.

Auch mit seiner Mutter verbringt Paul noch einmal Zeit. Katharina erinnert sich an den Jungen, der einst auf dem Dachboden am alten Radio gesessen hat. Paul erzählt ihr, dass er Amerika trotz allem oft vermisst habe und dass er immer wieder Heimweh nach Schabbach hatte.

Doch die Rückkehr des Sohnes ist für Katharina nur von kurzer Dauer.

Eines Morgens findet Maria ihre Mutter tot im Bett. Katharina liegt friedlich da, als würde sie schlafen. Maria holt die Familie. Alle versammeln sich schweigend um das Bett und nehmen Abschied von der alten Frau. Für Paul bedeutet ihr Tod, dass er gerade noch rechtzeitig nach Schabbach zurückgekehrt ist, um seine Mutter ein letztes Mal zu sehen. Für ihn ist das ein schwerer Schlag. Doch er kann seine Abreise nicht mehr verhindern. Sein Schiff wartet, und so muss er seine Mutter zurücklassen. Er steigt in seine Limousine und macht sich auf den Weg.

Erst nachdem Paul Schabbach verlassen hat, wird Katharina beerdigt. Die Familie nimmt ohne ihn Abschied von ihr.


9. Hermännchen (1955-1956)

Nach dem Krieg hat sich Schabbach verändert. Das Wirtschaftswunder hat auch den Hunsrück erreicht, und besonders Anton Simon hat seinen Aufstieg geschafft. Auf der Wiese hinter dem Dorf, die er von seinem Großvater geerbt hat, hat er die Optischen Werke Simon OHG aufgebaut. Aus den Ideen, die er noch während seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft entwickelt hatte, ist ein Unternehmen geworden. Viele Menschen aus Schabbach arbeiten inzwischen bei Anton.

Maria hat ihren jüngsten Sohn Hermann nach Simmern aufs Gymnasium geschickt. Er ist inzwischen fünfzehn Jahre alt und verbringt die Ferien mit seinen beiden Schulfreunden Christian und Gerhard auf einer Radtour durch das Moseltal. Die Jungen fahren durch die Weinberge und erreichen Traben-Trarbach. Dort erzählt Hermann seinen Freunden, dass sein Bruder Ernst in einer großen Villa oberhalb der Stadt wohnt.

Ernst ist inzwischen Unternehmer geworden. Er betreibt mit einem Hubschrauber Holztransport und fliegt damit über den Wäldern des Moseltals Baumstämme zu den Schiffen an der Mosel. Hermann und seine Freunde fahren ihm in den Wald hinterher. Sie beobachten fasziniert, wie der Hubschrauber einen Baumstamm aufnimmt und über den Wald davonfliegt. Als Ernst zurückkommt, begrüßt er seinen jüngeren Bruder und lädt Hermann spontan zu einem Flug ein.

Hermann steigt zu Ernst ins Cockpit. Während des Fluges erklärt Ernst ihm die Besonderheiten des Hubschrauberfliegens. Hermann beobachtet aufmerksam die Handgriffe seines Bruders, wird allerdings ziemlich blass, als die Maschine mit dem Baumstamm unter sich über die Wälder fliegt. Ernst bringt den Stamm schließlich sicher zu einem Schleppkahn auf der Mosel.

Am Abend müssen Hermann und seine Freunde allerdings in ihrem Zelt vor der Villa übernachten. Ernst lebt dort inzwischen in einer vornehmen Umgebung und scheint selbst nicht recht in diese Welt hineinzupassen. Er gibt den Jungen noch Geld für die Kirmes, bevor er zu seiner Frau und seinen Schwiegereltern in die Villa zurückkehrt. Hermann bleibt mit seinen Freunden zurück und spielt Gitarre.

Auf dem Volksfest lernen die Jungen Schnüsschen kennen. Nach reichlich Waldmeisterlikör zieht sie Hermann mit sich hinaus ans Moselufer. Dort kommt es zu seinem ersten Kuss. Hermann ist von der Begegnung allerdings weniger unbeschwert als Schnüsschen. Als sie ihn später auf der Tanzfläche neckt, fühlt er sich missverstanden und zieht sich zurück.

Zurück in Schabbach erlebt Hermann eine ganz andere Welt. Anton hat inzwischen seine Fabrik auf der Wiese vor dem Dorf errichtet. Auf dem Gelände arbeiten zahlreiche Menschen, und Hermann interessiert sich für die präzise Arbeit in den Fertigungshallen. Anton nimmt ihn mit an einen Arbeitsplatz und zeigt ihm, wie optische Instrumente montiert werden. Hermann stellt sich dabei geschickt an, und Anton erkennt in ihm die gleichen geschickten Hände, die er bei sich selbst und in der Familie sieht. Er bietet Hermann an, ihm nach der Schule den Betrieb zu zeigen.

Bei einer Veranstaltung der Optischen Werke Simon OHG versucht Anton, junge Männer aus dem Hunsrück für seinen Betrieb zu gewinnen. Er erzählt ihnen von seinem eigenen Weg und davon, dass er sich aus den traditionellen Verhältnissen des Hunsrücks gelöst habe. Seine Firma soll den jungen Leuten eine neue berufliche Zukunft eröffnen.

Nach der Feier kommen Lotti und Klärchen spät am Abend nach Hause. Hermann sitzt noch über seinen Schularbeiten. Später trinken die beiden Frauen in ihrem Zimmer Sekt. Hermann hört das Lachen aus dem Nachbarzimmer und wird neugierig. Schließlich geht er zu den beiden hinüber. Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine intime Beziehung zwischen Hermann und Klärchen.

Für Hermann wird Klärchen bald zu viel mehr als zu einem Abenteuer. Er verliebt sich in die wesentlich ältere Frau. Die beiden treffen sich heimlich, und Hermann beginnt, seine Gefühle in Gedichten und Liedern auszudrücken. Klärchen erkennt, wie ernst es ihm mit ihr ist, und auch sie entwickelt starke Gefühle für ihn.

Hermann führt gleichzeitig sein Leben als Schüler weiter. In der Schule beschäftigt er sich vor allem mit Literatur, Musik und Philosophie. Seine Lehrer und Freunde merken, dass er sich immer stärker für Musik interessiert und sich von den Erwartungen seiner Familie unterscheidet. Maria hingegen wünscht sich, dass ihr Sohn Ingenieur wird. Sie erinnert ihn daran, dass sein Vater Otto sich immer gewünscht habe, studieren zu können. Hermann aber interessiert sich vor allem für Deutsch und Musik.

Hermann und Klärchen treffen sich weiterhin heimlich. Sie gehen gemeinsam durch die Nacht, sitzen auf Wiesen und sprechen über ihre Liebe. Hermann möchte mit Klärchen ein gemeinsames Leben führen. Klärchen weiß dagegen, dass ihre Beziehung schwierig ist. Sie ist elf Jahre älter als Hermann und fürchtet die Reaktion der Familie und des Dorfes.

Schließlich treffen sie sich heimlich auf dem Dachboden des Hauses Simon. Hermann hat sich dort ein kleines Laboratorium eingerichtet. Zwischen den beiden wird die Beziehung immer enger. Hermann zeigt Klärchen sein selbstgebautes Fernrohr und seine Bücher. Er spielt Gitarre und singt ihr ein Lied vor, das er für sie geschrieben hat.

Auch Ernsts Leben gerät inzwischen in Schwierigkeiten. Mit seinem Hubschrauberunternehmen hat er sich finanziell übernommen. Als er mit Anton über seine Probleme spricht, verweigert dieser ihm jede Unterstützung. Anton hält Ernst für einen Abenteurer und glaubt nicht mehr an dessen Geschäftsmodell. Ernst bleibt enttäuscht zurück.

Bei einem Essen im Haus Simon erzählt Ernst von seinen Problemen. Seine Ehe ist ebenfalls zerbrochen, und er fühlt sich von seiner Frau aus der vornehmen Gesellschaft ausgeschlossen. Maria versucht, ihren Sohn zum Durchhalten zu bewegen. Ernst bleibt jedoch niedergeschlagen.

Währenddessen schreibt Hermann weiter für Klärchen. Aus seinen Erlebnissen macht er Gedichte und versucht, die gemeinsame Zeit in Worte zu fassen. Klärchen ist beeindruckt davon, wie Hermann ihre Erlebnisse in Literatur verwandelt. Ihre Beziehung wird immer intensiver.

Dann stellt Klärchen fest, dass sie schwanger ist.

Sie erzählt Lotti davon. Für Klärchen ist die Situation verzweifelt: Sie ist wesentlich älter als Hermann und weiß, dass die Familie die Beziehung niemals akzeptieren würde. Sie fürchtet um Hermanns Zukunft und um ihre eigene Existenz. Lotti versucht, sie davon abzuhalten, sich etwas anzutun.

Hermann ahnt zunächst nichts von der Schwangerschaft. Er trifft Klärchen nach der Schule und erzählt ihr, dass er Schabbach verlassen möchte. Er glaubt, dass seine Zukunft nicht im Hunsrück liegt. Klärchen versucht, ihn davon zu überzeugen, sein Abitur zu machen. Hermann erklärt ihr, dass sie seine einzige und große Liebe sei und dass er sie heiraten würde. Klärchen hält dagegen, dass sie elf Jahre älter ist und Hermann sich eines Tages für sie schämen könnte.

Klärchen verlässt schließlich Schabbach. Hermann ist verzweifelt. Er kann nicht verstehen, warum sie gehen muss, und glaubt, Anton habe sie aus dem Haus und aus seinem Leben gedrängt. Klärchen versucht, ihm zu erklären, dass sie keine andere Möglichkeit sieht.

Anton erfährt inzwischen von der Beziehung. Er macht Hermann klar, dass Klärchen wegen ihres Alters und ihrer Beziehung zu dem minderjährigen Hermann Konsequenzen drohen. Die Familie beschließt, dafür zu sorgen, dass die beiden keinen Kontakt mehr haben. Hermann ist außer sich und wirft Anton und den anderen vor, seine Liebe zerstört zu haben.

Hermann versucht sogar, mit Antons Mercedes wegzufahren. Anton erwischt ihn jedoch und zieht ihn aus dem Wagen. Hermann macht sich anschließend allein mit seinem Fahrrad auf den Weg.

Er trifft Klärchen am Rhein. Die beiden verbringen einige Zeit gemeinsam in einem kleinen Zelt. Klärchen erzählt Hermann schließlich, was geschehen ist: Sie hat das Kind verloren und wurde im Krankenhaus von den Nonnen behandelt, als wäre sie eine Verbrecherin. Hermann ist erschüttert. Die beiden fotografieren sich schließlich gemeinsam im Zelt – ein Bild, das Hermann später als Erinnerung an ihre gemeinsame Zeit aufbewahren wird.

Klärchen arbeitet inzwischen nicht mehr in Schabbach. Hermann erhält ihre Briefe weiterhin, doch sie werden postlagernd geschickt. Die Familie versucht, jeden weiteren Kontakt zu verhindern.

Ernst hilft Hermann schließlich heimlich. Er nimmt Klärchens Briefe entgegen und gibt sie an Hermann weiter. Er warnt ihn jedoch, vorsichtig zu sein und die Briefe nicht mit nach Schabbach zu nehmen.

In einem Brief schreibt Klärchen Hermann, dass sie sich an Silvester in Boppard treffen wollen. Hermann wartet sehnsüchtig auf diesen Tag.

Am Silvesterabend nutzt er schließlich Antons Mercedes, ohne dessen Erlaubnis. Er fährt nach Boppard, wo Klärchen bereits am Bahnhof auf ihn wartet. Sie hat sich für ihn besonders schön gemacht und eine Reisetasche dabei. Hermann holt sie ab, und gemeinsam fahren sie am Rhein entlang.

Sie versuchen sogar, einen Silvesterball zu besuchen. Doch Hermann passt nicht in die vornehme Gesellschaft, und Klärchen entscheidet sich gegen den Ball. Stattdessen bleiben die beiden im Auto am Rheinufer. Sie trinken Wein und Eierlikör, essen Kalte Schnauze und beobachten das Feuerwerk über Koblenz. Um Mitternacht küssen sie sich und wünschen sich etwas für das neue Jahr.

Am Neujahrsmorgen sitzen Hermann und Klärchen in der Bahnhofsgaststätte von Boppard. Sie sprechen über ihre Zukunft und darüber, dass Hermann sich in seiner Familie nicht mehr zu Hause fühlt. Für ihn sind die Menschen um ihn herum zu einer Masse geworden, während er selbst nach etwas anderem sucht. Klärchen versucht, ihn zu beruhigen.

Dann kommt der Abschied.

Auf dem Bahnhofsvorplatz gibt Klärchen Hermann einen Brief. Sie erklärt ihm, dass sie nicht mehr zu der Familie zurückkehren wird, bei der sie gearbeitet hat. Sie wurde entlassen. In dem Brief, den Hermann erst nach ihrer Abreise lesen soll, erfährt er, dass Anton und seine Mutter dafür gesorgt haben, dass Klärchen keinen Kontakt mehr zu ihm haben kann. Auch ihre Briefe werden abgefangen, und Klärchen wird unter Druck gesetzt.

Hermann bleibt allein zurück. Klärchen ist verschwunden.

Er fährt nach Schabbach zurück und setzt sich in der Dorfkirche an die Orgel. Während er spielt, laufen ihm die Tränen über das Gesicht. Lotti beobachtet ihn von unten und erkennt seinen Schmerz.

Damit endet Hermanns Kindheit und Jugend in Schabbach. Als er achtzehn Jahre alt ist, verlässt er das Dorf für immer. Er studiert Musik und wird Komponist.


10. Die stolzen Jahre (1967)

Anton Simon hat es geschafft. Aus den Ideen, die er einst als Kriegsheimkehrer mit sich herumgetragen hat, ist ein florierendes Unternehmen geworden. Die Optischen Werke Simon sind inzwischen ein bedeutender Betrieb im Hunsrück. Doch nun steht Anton vor einer Entscheidung, die sein Lebenswerk verändern könnte.

Zwei Manager eines großen Konzerns fahren durch den Schabbacher Wald zu Anton. Sie unterbreiten ihm ein Angebot: Sie wollen seinen Betrieb und seine Patente kaufen. Anton soll dafür 60 Millionen Mark erhalten. Für einen Moment scheint damit der Höhepunkt seiner unternehmerischen Laufbahn erreicht. Anton bittet sich jedoch Bedenkzeit aus.

Anton fährt nach Baden-Baden, wo sich sein Vater Paul aufhält. Paul beschäftigt sich inzwischen intensiv mit elektronischer Klangerzeugung und unterstützt Hermann bei dessen musikalischen Experimenten. Hermann nimmt im Park eine Nachtigall auf. Mit einem Nagra-Tonaufnahmegerät versucht er, die Geräusche der Natur einzufangen und später elektronisch zu verfremden.

Im Hotel treffen Paul, Anton und Hermann zusammen. Hermann führt seinem Vater die Aufnahme vor. Gemeinsam sprechen sie darüber, wie sich die Aufnahme technisch verändern und zu einem rhythmischen Muster verarbeiten lässt. Paul ist begeistert von den Möglichkeiten der elektronischen Musik.

Dann kommt Anton wieder auf das Angebot des Konzerns zu sprechen. Paul rät ihm, zu verkaufen. Er selbst habe seine Firma in Detroit ebenfalls verkauft und könne sich nun ganz seinen eigenen Interessen widmen. Anton aber sieht die Sache anders. Er hat gerade neue Patente angemeldet und möchte sein Unternehmen nicht aus der Hand geben.

Während Anton an seinem Unternehmen festhält, hat auch Ernst einen neuen Geschäftszweig gefunden. Er fährt mit seinem VW durch die Hunsrückdörfer und sucht nach alten Türen, Fenstern, Balken, Möbeln und anderen Gegenständen aus den traditionellen Bauernhäusern. Was für die einen altes Zeug ist, erkennt Ernst als wertvolle Ware. Er lässt die alten Dinge ausbauen und weiterverkaufen.

Gleichzeitig bietet er den Bauern die moderne Alternative an: größere Fenster mit Aluminiumrahmen, neue Haustüren und moderne Fassadenverkleidungen. Mit Prospekten im Gepäck versucht er die Hunsrücker davon zu überzeugen, dass ihre alten Häuser dringend modernisiert werden müssen.

Ernsts Geschäft besteht damit aus einem eigenartigen Tausch: Er nimmt den Bauern ihre alten Türen, Fenster und Möbel ab und ersetzt sie durch neue, moderne Bauelemente. Die alten Stücke landen auf seinen Lastwagen und werden zu begehrten Antiquitäten.

Während Anton und Ernst auf ganz unterschiedliche Weise versuchen, mit dem wirtschaftlichen Wandel Geld zu verdienen, geht Hermann seinen eigenen Weg.

Er ist inzwischen Komponist und arbeitet mit elektronischer Musik. Für seine Kompositionen verwendet er unter anderem Tonbandaufnahmen von Vögeln und Naturgeräuschen. In Baden-Baden präsentiert er seine Musik vor einem Fachpublikum. Nach der Aufführung erhält er großen Applaus, stößt aber auch auf Unverständnis. Einige Zuhörer fragen ihn nach den verwendeten Tonbandeinspielungen und danach, woher die Vogelstimmen stammen. Hermann erklärt, dass er die Aufnahmen selbst im Baden-Badener Park gemacht hat.

Seine Musik wird auch im Hunsrück ausgestrahlt. In einem Gasthaus sitzen die Schabbacher vor dem Radio und hören Hermanns Komposition. Viele sind ratlos und können mit den ungewohnten elektronischen Klängen nichts anfangen.

Nur Glasisch bleibt vor dem Radio sitzen. Für ihn klingt die Musik vertraut, weil er die Stimmen der Vögel erkennt. Er hört die Nachtigallen und das Rauschen des Baches heraus und ist begeistert davon, dass Hermann die Geräusche seiner Hunsrücker Heimat in seine Musik eingebaut hat.

Maria dagegen kann mit der Musik ihres Sohnes nichts anfangen. Hermann ist ihr fremd geworden. Sie versteht weder seine Musik noch den Weg, den er eingeschlagen hat. Als Hermann eines Tages überraschend im Elternhaus auftaucht, bringt er zwei junge Frauen mit. Er ist auf der Durchreise und hat kaum Zeit, denn er kommt gerade aus Paris und muss weiter nach Berlin. Maria ist überrumpelt von seinem kurzen Besuch und erkennt, wie weit sich ihr „Hermännchen“ inzwischen von ihr entfernt hat.

Die Distanz zwischen Mutter und Sohn wird besonders deutlich, als Maria später am Telefon mit Anton darüber spricht. Sie sagt, dass sie ihren Sohn kaum noch wiedererkenne. Nicht nur Hermann selbst sei ihr fremd geworden – auch seine Musik habe eine Welt geschaffen, zu der sie keinen Zugang mehr findet.


11. Das Fest der Lebenden und der Toten (1982)

Maria ist gestorben. Die Nachricht bringt die Familie Simon noch einmal in Schabbach zusammen. Aus allen Richtungen treffen die Angehörigen ein. Auch Hermann macht sich auf den Weg in seine Heimat, kommt aber erst kurz vor der Beerdigung an. Dunkle Wolken ziehen über dem Hunsrück auf, und schließlich beginnt es heftig zu regnen. Die Beerdigung verzögert sich.

Während die Familie auf Hermann wartet, werden im Haus Erinnerungen an Maria lebendig. Das alte Simonhaus steht leer. Für Anton, Ernst und Hermann ist es nicht mehr einfach das Elternhaus, sondern ein Ort, in dem ihre gemeinsame Kindheit noch überall gegenwärtig ist.

Doch während die Familie mit der Beerdigung beschäftigt ist, sind bereits andere auf das Haus aufmerksam geworden. Arbeiter von Ernst beginnen, das alte Gebäude nach Gegenständen abzusuchen, die sich als Antiquitäten verwerten lassen. Für sie sind die alten Möbel, Türen und Einrichtungsgegenstände vor allem wertvolle Stücke.

Anton ist empört, als er davon erfährt. Er nagelt den Eingang zunächst mit Brettern zu. Doch dann ändert er seine Meinung. Die Bretter werden wieder entfernt, und Anton, Ernst und Hermann betreten gemeinsam das alte Haus.

Für die drei Brüder wird die Suche nun zu einer Reise in die eigene Vergangenheit. Sie gehen durch die Räume, öffnen Schränke und Schubladen und stoßen auf Dinge, die sie seit ihrer Kindheit kennen. Eine alte Flasche mit Marias Schlehenschnaps steht noch immer da. Hermann erkennt sein früheres Zimmer wieder, aber auch den Raum, in dem er einst mit Lotti und Klärchen zusammen war. Anton findet alte Fotografien und Gegenstände aus seiner Kindheit.

In der alten Scheune entdeckt Anton Marias Schuhe. Sie stehen auf einem Holzbrett, als hätte sie sie erst kurz zuvor dort abgestellt. Anton erinnert sich daran, wie seine Mutter ihr ganzes Leben lang in dieser Scheune ihre Schuhe geputzt hat. Auch ein alter Fernseher steht dort, den Anton seiner Mutter einst geschenkt hatte.

Schließlich finden die drei Brüder auch die alte Schmiede und die Gegenstände ihres Vaters. Paul, der inzwischen selbst alt geworden ist, beobachtet das Geschehen aus seinem Wagen. Er hat sogar dafür gesorgt, dass am Haus eine Gedenktafel angebracht wird. Darauf wird das Gebäude als ursprüngliches Hunsrücker Schiefer-Fachwerkhaus mit Schmiede und Inventar bezeichnet und von seiner Paul-Simon-Stiftung gestiftet.

Während die Familie im alten Haus nach Erinnerungen sucht, ist Maria selbst bereits an einem anderen Ort.

Sie steht im Nachthemd und mit ihrer Bettwäsche unter dem Arm in einem großen Festsaal. Dort sind Menschen versammelt, die Maria aus ihrem Leben kennt – allerdings sind es Menschen, die bereits gestorben sind. Sie erkennt nach und nach die Gesichter ihrer Vergangenheit wieder.

Katharina ist da. Pauline und Robert sind da, ebenso Eduard und Lucie. Auch Wilfried, Glockzieh, Hänschen, Mäthes-Pat, Marie-Goot, Pierritz und Otto gehören zu den Toten, die Maria hier erwarten. Auch die französische Reiterin aus den früheren Jahren befindet sich unter ihnen.

Maria blickt sich um und sucht nach einem weiteren vertrauten Gesicht: ihrem Schwiegervater Mathias, dem alten Schmied. Doch er ist nicht zu sehen. Katharina erklärt Maria, dass Mathias zwar ebenfalls hier ist, sie ihn aber nicht sehen kann, weil er blind ist.

Während Maria auf diese Weise ihrer Vergangenheit begegnet, geht draußen in Schabbach das Leben weiter.

Es ist Kirmes. Im Dorf wird gefeiert, getanzt und gelacht. Die Menschen sind ausgelassen, während im Festsaal nebenan die Toten versammelt sind. Leben und Tod liegen damit unmittelbar nebeneinander.

Auch Glasisch gehört noch zum Fest. Er bewegt sich durch das Dorf und nimmt an der Kirmes teil. Schließlich entdeckt er ein erleuchtetes Tor am Festsaal. Er geht darauf zu. Damit wird auch für ihn die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten überschritten.

Auf der Kirmes geschieht gleichzeitig etwas ganz anderes. Anton fühlt sich plötzlich schlecht. Die Umgebung beginnt sich für ihn zu verändern. Alles wird unscharf, die Geräusche werden immer dumpfer, bis er schließlich überhaupt nichts mehr hört. Anton erleidet einen Hörsturz und sinkt hilflos an einer Wand zu Boden. Martha und Marlies finden ihn dort.

Für Martha ist der Vorfall ein weiterer Anlass, sich um die Gesundheit ihres Mannes zu sorgen. Anton hat sich sein ganzes Leben lang gegen jede Grenze gewehrt, doch nun zwingt ihn sein eigener Körper, innezuhalten.

Nach der Kirmes führt Hermann sein eigenes Kapitel dieser Geschichte fort. Er entdeckt einen alten Schieferstollen beziehungsweise eine Schieferhöhle als besonderen Ort für seine Musik. Gemeinsam mit Gisela geht er mit Fackeln in die unterirdischen Gänge. Hermann interessiert sich sofort für die außergewöhnliche Akustik der Höhle.

Er beginnt, mit den Wörtern und Klängen des Hunsrücker Platt zu experimentieren. Aus Begriffen wie „Knepperscher“, „Krieschele“, „Wehle“, „Schlehe“ und „Geheischnis“ entwickelt er eine musikalische Struktur. Gisela versucht, die Begriffe zu erklären, doch gerade das Wort „Geheischnis“ bleibt für beide rätselhaft.

Hermann und Gisela kommen sich dabei näher. In der Dunkelheit der Höhle küssen sie sich. Im Hintergrund sind auch Maria und Otto anwesend, die das Geschehen beobachten.

Später wird aus Hermanns Idee eine große musikalische Aufführung. In der Schieferhöhle steht ein Chor, Mikrofone sind aufgestellt und die Stimmen werden über Kabel nach draußen zu einem technischen Aufnahmewagen übertragen. Der Chor singt Hermanns Komposition, deren Text ausschließlich aus typischen Ausdrücken des Hunsrücker Platt besteht.

Hermann sitzt während der Aufnahme außerhalb der Höhle im Wagen und hört über Kopfhörer zu. Schließlich nimmt er die Kopfhörer ab und tritt hinaus. Vor ihm liegen die Felder und Wiesen von Schabbach. Er blickt über die Landschaft, in der seine Familie seit Generationen gelebt hat.