Heimat auch am Mittelrhein

Die Fortsetzung der berühmten Hunsrücksaga von Edgar Reitz spielt zu großen Teilen in Oberwesel

Oberwesel im Glück, das könnte sechs Richtigen im Lotto gleichkommen: „Heimat 3“, die Fortsetzung der berühmten Hunsrücksaga, die als einer der größten Erfolge der deutschen Filmgeschichte von sich reden machte, wird zu 50 Prozent am Mittelrhein gedreht. Am Sieben-Jungfrauen-Blick entsteht in naher Zukunft eine Villa, die in der neuen Serie eine große Rolle spielt. Über eineinhalb Jahre sollen sich die Dreharbeiten hinziehen.

Von Dinah Schmidt

OBERWESEL. Edgar Reitz, Autor und Regisseur des Filmepos „Heimat“, hat Woppenroth berühmt gemacht. Als fiktiver Ort „Schabbach“ konnte das Hunsrückdörfchen als Dreh- und Angelpunkt der Handlung glänzen. Noch heute kommen viele Besucher nach „Schabbach“, um die ehemalige Filmkulisse zu bestaunen.

Dass auch Oberwesel bzw. der ganze Mittelrhein von Reitz vielfach gerühmter und preisgekrönter Arbeit (u.a. Adolf Grimme Preis 1984,85 und 93, British Academy Award 86, Deutscher Kritikerpreis 84, Staatskunstpreis 2000, Telestar Fernsehpreis 93, die „New York Times“ sprach von einem der besten Fernsehwerke der Welt) profitieren wird, davon kann wohl ausgegangen werden. Denn nun steht das Drehbuch für „Heimat 3“. Und es spielt in großen Teilen vor der grandiosen landschaftlichen Kulisse des Loreleytals.

Weihnachten 2004 kann die Fortsetzung der Saga als sechsteilige Serie von jeweils 90 Minuten über die deutschen Bildschirme flimmern.

Zuvor heißt es jedoch: Film ab! In Berlin, im Hunsrück (z.B. ehemalige Hahn Airbase) und am Mittelrhein wird gedreht. Das Herzstück der mittelrheinischen Szenen bildet Oberwesel, vor allem der romantische Sieben-Jungfrauen-Blick gegenüber der Loreley. Denn hier wird der Komponist und Dirigent Hermann Simon – den Zuschauern des Heimatzyklus bereits bekannt – eine imposante Fachwerkvilla errichten, „Gründerrode- Haus“ genannt, deren Bau über anderthalb Jahre gefilmt wird.

„Unser Erfolgsgeheimnis ist, dass wir kollektive Erfahrungen und Erinnerungen mobilisieren“, verraten die Filmemacher. Bei der ersten Heimat-Staffel war es die Erinnerung an eine ländliche Herkunft.

Bei der zweiten Heimat waren es die Studienjahre in den Sechzigern, die Vielen, die sie erlebt haben, eine Quelle von aufregenden Rückblicken zu erschließen vermag. Nun will man noch einmal die kollektiven Erinnerungen mobilisieren. Heimat 3 spielt vom Mauerfall bis in die Gegenwart, sie ist eine erzählerische Bilanz des Jahrhunderts in seinem letzten Jahrzehnt. „Von der Wende zur Wende“ heißt ihr inneres Thema.

Schon im nächsten Frühjahr sollen die Dreharbeiten in Oberwesel beginnen, die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.

Robert Busch, Geschäftsführer der Edgar Reitz Filmproduktion, hat der Stadt der Türme und des Weines bereits einen Besuch abgestattet, besichtigte Drehorte und die Hotels der Umgebung.

Schließlich gilt es, ein Filmteam von mindestens 40 bis 60 Leuten über einen längeren Zeitraum hinweg unterzubringen.

Der Oberweseler Stadtrat, Bürgermeister Manfred Zeuner und VG-Chef Thomas Bungert jedenfalls sind begeistert: „Ein 30-Millionen- Projekt von dieser Qualität, das zum Teil hier bei uns am Mittelrhein gedreht wird – toll! In dieses Boot sind wir natürlich gleich gesprungen.“

Übrigens: Für Heimat 3 werden noch Statisten gesucht!

Artikel in der Rheinzeitung vom 10.11.2001
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