Mit einem großen Finale sind am 22. August die achten HEIMAT EUROPA Filmfestspiele in Simmern zu Ende gegangen. Zwei Wochen lang standen Filme, Gespräche, Musik und Begegnungen rund um das Thema Heimat auf dem Programm. Auch in diesem Jahr spielte Edgar Reitz dabei eine besondere Rolle: als Schirmherr des Festivals, als Namensgeber des Hauptpreises und mit einer eigenen Hommage an sein filmisches Werk.
Der mit 3.000 Euro dotierte „EDGAR“ für den besten modernen Heimatfilm ging in diesem Jahr an die spanische Produktion „So klingt das Leben“ („Rondallas“) von Daniel Sánchez Arévalo. Der Film erzählt von einem kleinen Fischerdorf in Galicien, dessen Bewohner nach einem tragischen Schiffsunglück langsam wieder zu Gemeinschaft und Lebensfreude zurückfinden.
Juror Rainer Bock würdigte den Film insbesondere für seine Fähigkeit, „zutiefst zu berühren mit Lachen und Weinen“. Die Geschichte zeige, wie eine Gemeinschaft nach einer schweren Zeit wieder Zuversicht gewinnt.
Der „EDGAR“ ist die zentrale Auszeichnung der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele und trägt den Namen ihres Schirmherrn Edgar Reitz. Die von Thomas Duttenhöfer gestaltete Trophäe ist dem Regisseur nachempfunden.
Hommage an Edgar Reitz
Auch das filmische Werk von Edgar Reitz war in diesem Jahr wieder Bestandteil des Festivalprogramms. In einer Hommage an den Schirmherrn wurde „Die Reise nach Wien“ aus dem Jahr 1973 gezeigt.
Der Film besitzt eine besondere Verbindung zu Simmern: Edgar Reitz erlebte dort in den damaligen Postlichtspielen die Premiere. Teile der Produktion entstanden in Simmern. In den Hauptrollen sind Elke Sommer und Hannelore Elsner zu sehen. Zugleich erinnerte die Aufführung an Mario Adorf, der in diesem Jahr verstorben ist.
Ebenfalls im Rahmen des Festivals wurde „In Gefahr und größter Not bringt der Mittelweg den Tod“ von 1974 gezeigt, den Edgar Reitz gemeinsam mit Alexander Kluge realisierte. Damit erinnerte das Festival zugleich an Kluge, der im März dieses Jahres verstorben ist.
Der Heimatbegriff bleibt in Bewegung
Dass der „EDGAR“ in diesem Jahr an einen spanischen Film vergeben wurde, passt zum europäischen Anspruch des Festivals. Die 13 Filme des Wettbewerbs beschäftigten sich aus sehr unterschiedlichen Perspektiven mit Fragen von Herkunft, Zugehörigkeit, Verlust und Neubeginn.
Den Nachwuchspreis erhielt die dänische Produktion „Home“ von Marijana Jankovic. Auch der Publikumspreis ging an diesen Film. Die Jugendjury zeichnete „Sunny Dancer“ des britischen Regisseurs George Jaques aus.
Damit zeigte die achte Ausgabe der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele erneut, wie unterschiedlich die Geschichten sein können, die sich mit dem Thema Heimat verbinden.
Für Edgar Reitz ist das Festival dabei längst zu einem festen Bestandteil der filmischen Auseinandersetzung mit seinem Werk geworden. Seit der ersten Ausgabe steht er als Schirmherr hinter den HEIMAT EUROPA Filmfestspielen. Sein Name ist mit dem „EDGAR“ unmittelbar mit dem Wettbewerb verbunden, während seine Filme regelmäßig im Programm präsent sind.
So verbindet das Festival die Erinnerung an das filmische Werk von Edgar Reitz mit neuen Filmen und neuen Perspektiven auf ein Thema, das weit über den Hunsrück hinausreicht.
Die nächste Ausgabe der HEIMAT EUROPA Filmfestspiele ist bereits angekündigt. 2027 steht sie unter dem Motto des Kultursommers Rheinland-Pfalz: „Wenn man trotzdem lacht – Scherz, Satire – und tiefere Bedeutung“.

