Kapitel 7

Die meisten Umgestaltungen findet man im letzten, dem siebten Kapitel.

Die Kaufinteressenten für Antons Firma verirren sich im Wald. Die beiden französisch sprechende Fahrer unterhalten sich. In der neuen Version erfahren auch die Zuschauer, die nicht der Sprache kundig sind, durch Untertitel deren Unterhaltung.
In Antons Wohnzimmer ist die Familie am Fernseher versammelt und schaut sich die Umstellung auf Farbfernsehen durch Kanzler Willy Brandt an. In den 80er Jahren wurde eine Art Rahmen eingefügt, der die Mattscheibe darstellen soll. Nun ist scheinbar Originalmaterial ohne Effekte verwendet, allerdings in sehr viel schlechterer Qualität als damals.
Als Hermann vom Friedhof kommt (hier hat er die Gräber der Familie besucht) geht er durch den Ort in Richtung Kirmesplatz. Dieser Gang mit seinen Begegnungen wurde entfernt. So erfährt man nicht, das das Haus der Wiegands nun eine Ferienwohnung ist.
Anton nagelt die Haustür des Simonhauses zu um es vor Plünderung durch Ernst's Angestellten zu schützen. Diese Sequenz wurde gekürzt. In der neuen Version steht Hermann plötzlich an der Schmiede hinter ihm.
Im Gästezimmer in Antons Haus liegt Paul mit einer Erkältung im Bett. Hermann besucht ihn. Ein Teil des Gesprächs der beiden über die Erinnerung an Maria fiel weg. Auch die Tatsache, das die beiden Freundinnen sich von Hermann getrennt haben, erfährt der Zuschauer nicht. Dadurch entfiel auch der Logikfehler, das er mit "Katrin seit 1968 zusammen sei". Das passte nicht in die Geschichte, die wir aus DIE ZWEITE HEIMAT kennen.
Ernst kommt zum Simonhaus und findet die Tür vernagelt vor. In der neuen Version sehen wir nicht mehr, das er die Kaninchen füttert und wie er um das Haus herumgeht um ins Küchenfenster zu steigen.
Als Anton seine Mutter besuchen will und sie nicht da ist, sieht man einen Schwenk über die Fassade des Hauses. Damals bunt, heute s/w.
In der Rückblende sehen wir Marias 70. Geburtstag. Aber in der Digitalversion wird keine "Wutz" mehr "geschlacht', die Sau", kein Opa macht einen Handstand und auch Lucies Geständnis, Eduard in einem Bordell kennengelernt zu haben, ist der Schere zum Opfer gefallen.
Auf der Kirmes gibt es nun kein Gespräch mehr zwischen den Lauzenhausener Prostituierten. Zwar tauchen sie später noch im Arm von Anton auf, aber man erfährt nun nichts mehr von deren Tätigkeiten im Hunsrück. Generell ist viel der Kirmes weggefallen. In der neuen Version wird eine Polonäsensequenz, die eigentlich früher gezeigt wird, später montiert.
Hermann erzählt vom Atombunker in der Eifel, wo er im Ernstfall einen riesigen kulturellen Bedarf sieht. Der Bunker kommt später in der Digitalversion zur Sprache, aber der Zuschauer bleibt ratlos zurück, wenn er die Ursprungsversion nicht kennt.
Ernsts Liebeserklärung an Irene ist kürzer als früher.
Der Dorfsaal ist abgeschlossen, Glasisch schlägt der Dorfjugend vor, den Hintereingang zu benutzen und erntet nur Spott. Das ist entfallen und ohne die Information sieht man ihn jetzt ohne Motivation gegen die Wand laufen.
Hermann lässt sich den Stollen unter dem Ort Schabbach zeigen. Hier erkennt er die Vorzüge der Akustik. In der neuen Version ist das entfallen. Und damit auch ein Logikfehler. Eigentlich sollte er als "Schabbacher Jung" den Ort kennen, denn er war bereits mit Klärchen in diesem Stollen und wahrscheinlich auch schon früher (im Off).
Leider entfällt auch die Romanze zwischen ihm und seiner Nichte. Die kleine Anspielung in HEIMAT 3 bei der Begegnung beider ist damit nicht mehr entschlüsselbar.
Zu guter Letzt gibt es noch eine ausgetauschte Blende, als man Anton mit dem Hörsturz findet. Früher weiche Blende, heute harter Schnitt.

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