Ehrenpreis Schnitt 2019 für Heidi Handorf

handorfFoto: Werner Busch

Heidi Handorf war bei den "Geschichten aus den Hunsrückdörfern" und bei "HEIMAT" zuständig für den Filmschnitt. Nun wird sie Ende Oktober 2019 mit dem Ehrenpreis Schnitt für ihr Lebenswerk beim Filmplus-Festival in Köln ausgezeichnet.


Pressemitteilung:

Monteurin der deutschen Geschichte
Ehrenpreis Schnitt 2019 für Heidi Handorf
Filmplus, das Festival für Filmschnitt und Montagekunst, würdigt mit dem
Ehrenpreis Schnitt und der Hommage alljährlich das Lebenswerk herausragender
Filmeditor*innen. In diesem Jahr wird Heidi Handorf mit dem Ehrenpreis Schnitt
ausgezeichnet. Die in München lebende Filmeditorin montierte mehr als 85 Filme
für Kino und Fernsehen, darunter sechs Produktionen für Reinhard Hauff sowie
weitere Filme für Regisseure wie Edgar Reitz, Herbert Achternbusch, Bernhard
Sinkel, Matti Geschonneck und Oliver Storz.

Die Festivaleröffnung von Filmplus am Freitag, 25. Oktober 2019, steht ganz im
Zeichen dieser Würdigung. Das Festival zeigt mit „Stammheim“, der im
Erscheinungsjahr 1986 den Goldenen Bären bei der Berlinale gewann, eine ihrer
herausragendsten Montageleistungen. Der Spielfilm basiert auf den
Gerichtsprotokollen aus dem RAF-Prozess und wird wesentlich von seinem
temporeichen Schnitt bestimmt, der die aggressive Stimmung bei den hitzigen
Wortgefechten der Baader-Meinhof-Gruppe mit den Richtern greifbar macht.
Im Anschluss spricht Hommage-Kurator Werner Busch mit der Ehrenpreisträgerin
über die Gestaltung des Films, ihre Karriere und Arbeitspraxis. Diese Themen
werden auch bei dem persönlichen Werkstattgespräch „Meet Heidi Handorf“ am
27.10. im Fokus stehen, bevor ihr am Abend des 28. Oktober im Filmforum NRW
während der Filmplus-Preisverleihung der Ehrenpreis Schnitt überreicht wird.
Filmeditorin Florentine Bruck wird die Laudatio auf die Preisträgerin halten.
Auch einen Teil der legendären Serie „Heimat“ (1984), die Heidi Handorf in
zweieinhalbjähriger Arbeit für Regisseur Edgar Reitz schuf, wird das Festival im
Rahmen der Hommage zeigen. Die 11-teilige Produktion, die die Geschichte des
fiktiven Hunsrückdorfs Schabbach und ihrer Bewohner über drei Generationen
erzählt, gehört insbesondere wegen ihrer epischen Erzählstruktur zu den
Meilensteinen der deutschen Fernsehgeschichte.
Heidi Handorf begann in den frühen 1970ern in München als Schnittassistentin
und arbeitete mit einigen der renommiertesten Filmeditor*innen der Zeit
zusammen: Darunter Peter Przygodda, Inez Regnier, Beate Mainka-Jellinghaus und
Jane Seitz, mit der sie 1974 an „Die Verrohung des Franz Blum“ arbeitete. Es war
die erste Zusammenarbeit mit Regisseur Reinhard Hauff, mit dem sie eine
besonders nachhaltige, kreative Zusammenarbeit verbindet. Nach zwei Filmen für
Herbert Achternbusch begann Handorf Anfang der 1980er Jahre mit dem
Hunsrück-Projekt von Edgar Reitz, aus dem ein Dokumentarfilm und die Serie
„Heimat“ entstand. Dem Fernsehen blieb Heidi Handorf auch danach neben ihrer
Kinoarbeit treu und montierte zahlreiche Fernsehfilme, insbesondere für Matti
Geschonneck und Oliver Storz. Für ihre Arbeit wurde sie dreimal für den
Deutschen Kamerapreis nominiert (Kategorie: Bester Schnitt). Heidi Handorf ist
Ehrenmitglied des BFS – Bundesverband Filmschnitt Editor.

Termine Ehrenpreis Schnitt:
Freitag, 25.10.2019, 20 Uhr | Filmforum NRW
Eröffnung: „Stammheim – Die Baader-Meinhof-Gruppe vor Gericht“ (BRD 1986,
107 Min., R: Reinhard Hauff). Anschließend Gespräch mit der Ehrenpreisträgerin
Sonntag, 27.10.2019, 20.15 Uhr | Filmforum NRW
„Meet Heidi Handorf“ – eine persönliche Werkschau in Anwesenheit der
Ehrenpreisträgerin mit Filmausschnitten
Montag, 28.10.2019, 11 Uhr | OFF Broadway
„Heimat – Folge 1: FERNWEH“ (1984, 119 Min., R: Edgar Reitz). Anschließend
Gespräch mit der Ehrenpreisträgerin
Montag, 28.10.2019, 20 Uhr | Filmforum NRW
Verleihung der Schnitt Preise mit Übergabe der Auszeichnung an Heidi Handorf,
Laudatio: Filmeditorin Florentine Bruck

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